Foto: Melitta Dybiona/Unimedizin Magdeburg

Präventionsprogramm an der Uniklinik

Ist die Akutbehandlung bei einer Krebserkrankung beendet, durchlaufen erwachsene Patienten eine fünfjährige Nachsorge. Bei Kindern und Jugendlichen ist diese zeitlich meist durch das Erreichen des 18. Lebensjahres begrenzt. Zudem sind hierbei für die lebenslange Gesundheit der jungen Erwachsenen zwei relevante Fragen bislang kaum berücksichtigt. Ist eine rein medizinische Nachsorge wirklich ausreichend? Wird auf spezifische Risiken junger Erwachsener nach Krebs systematisch geachtet? Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt „CARE for CAYA“ an der Magdeburger Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie unter Federführung der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf nach. Ziel des Präventionsprogramms ist es, langfristig Folgeerkrankungen zu reduzieren oder zu verhindern.


CAYA steht für Children (Kinder), Adolescents (Jugendliche) and Young Adults (junge Erwachsene) im Alter zwischen 15 und 39 Jahren. Im Rahmen der Studie wird die medizinische Nachsorge um individuelle Angebote aus psychoonkologischer Beratung, Ernährung und Sport ergänzt. Deutschlandweit sind 14 Zentren beteiligt, das in Magdeburg ist das einzige in Sachsen-Anhalt. Dr. Michael Köhler, Leiter der dortigen Forschungsgruppe, ist überzeugt: „Diese Maßnahme kann einen Mehrwert an Lebensqualität und Gesundheit im Vergleich zur herkömmlichen Routineversorgung bedeuten.“ Es werden noch Teilnehmer aufgenommen.


Etwa 16.500 Menschen zwischen 15 und 39 Jahren erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Immer mehr überleben dank verbesserter diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten. Die Heilungsrate liegt bei über 80 Prozent, weshalb diese Patientengruppe besonders von Langzeitfolgen bedroht ist. Je nach Intensität und Art der Tumorbehandlung steigt etwa zehn Jahre danach das Risiko an. Dazu zählen neben psychosozialen Folgeerscheinungen wie eingeschränkte physische und psychische Belastbarkeit durch lähmende Angst vor dem Rückfall auch Begleiterkrankungen des Bewegungsapparates oder des Herz-Kreislaufsystems.


Im Projekt werden psychische Belastungsfaktoren sowie Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten mittels Fragebögen erhoben. Besteht Interventionsbedarf, werden die Patienten durch ein Zufallsprinzip in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Patienten der Interventionsgruppe können eine Beratung durch Psychoonkologe, Sporttherapeutin und/oder Ernährungsberaterin erhalten. Patienten der Kontrollgruppe haben die Möglichkeit eines einmaligen Beratungsgespräches sowie die Inanspruchnahme der Intervention ein Jahr später.


Über „CARE for CAYA“ und die Teilnahme am Präventionsprogramm: Das Programm wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss mit 3,1 Millionen Euro finanziert. Unterstützung kommt zudem von AOK und Techniker Krankenkasse. Ansprechpartner für die Teilnahme ist Dr. Michael Köhler, Tel.: 0391/671 33 03, E-Mail: michael.koehler@med.ovgu.de.

Quelle:
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.