Meldepflicht

Am 01. Januar 2018 trat das Gesetz über die Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt (Krebsregistergesetz Sachsen-Anhalt - KRG LSA) in Kraft. Hiernach unterliegt jeder Arzt, Zahnarzt und im Falle von Krankenhäusern der ärztliche Direktor, der Meldepflicht an das Klinische Krebsregister, wenn im Rahmen seiner Tätigkeit ein Meldeanlass eintritt.

  • Die Meldungen an das klinische Krebsregister erfolgen gemäß § 65c Abs. 1 Satz 3 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch auf der Grundlage des bundesweit einheitlichen ADT/GEKID-Basisdatensatzes und ihn ergänzender Module in der im Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung.

    • Aktualisierter einheitlicher onkologischer Basisdatensatz der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) vom 27. März 2014

    PDF -  ADT/GEKID Basisdatensatz

    • Module zur Dokumentation des Brust- und Darmkrebses in Ergänzung des aktualisierten einheitlichen onkologischen Datensatzes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) vom 28. Oktober 2015

    PDF - Module Brust- und Darmkebses

    • Modul zur Dokumentation des Prostatakrebses in Ergänzung des aktualisierten einheitlichen onkologischen Datensatzes der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID) vom 9. August 2017

    PDF - Modul Postatakrebs

    PDF - Liste der meldepflichtigen Erkrankungen

  • Nach §10 Abs. 1 des KRG LSA sind alle Melder dazu verpflichtet den Patienten vor der Übermittlung seiner Daten an das Klinische Krebsregister in entsprechender Form und durch Aushändigung oder Übermittlung eines Informationsblattes zu informieren, über

    • die zu erfolgende Meldung,
    • mögliche weitere Meldung durch rein diagnostisch tätige Ärzte,
    • das Widerspruchsrecht gegenüber dem Krebsregister und
    • eine möglicherweise vorgenommene Altdatenübernahme aus den vormals zuständigen Krebsregistern


    Die Art der Information des Patienten muss bei der Meldung an das klinische Krebsregister vermerkt werden.

    Meldeverpflichtete dürfen lediglich in Ausnahmesituationen von der Information des Patienten absehen, wenn dieser wegen der Gefahr einer anderenfalls eintretenden erheblichen Gesundheitsverschlechterung über das Vorliegen einer Krebserkrankung nicht unterrichtet werden konnte. Wird der Patient jedoch nach der Übermittlung seiner Daten an das Klinische Krebsregister über seine Krebserkrankung informiert, ist die Informationspflicht nach KRG LSA nachzuholen.

    Für Pathologen und andere Ärzte ohne direkten Patientenkontakt:

    Pathologen und andere Ärzte ohne direkten Patientenkontakt unterliegen nicht den Informationspflichten. Sie müssen jedoch den Arzt oder Zahnarzt in dessen Auftrag Sie tätig wurden, über die Meldung informieren.

    • Patienteninformation

    PDF - Patienteninformation

  • Meldeanlässe sind die Sachverhalte in Bezug auf die Diagnose, die Behandlung und den Verlauf, die eine Meldeverpflichtung auslösen. Diese sind:

    • die Stellung der Diagnose nach hinreichender klinischer Sicherung,
    • die histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung der Diagnose,
    • der Beginn und der Abschluss einer therapeutischen Maßnahme,
    • jede Änderung im Verlauf einer Tumorerkrankung, wie beispielsweise das Auftreten von Rezidiven, Metastasen, das Voranschreiten der Tumorerkrankung, teilweise oder vollständige Tumorremission und Nebenwirkungen,
    • das Ergebnis der Nachsorgeuntersuchungen einschließlich einer jährlichen Meldung für den Fall der Tumorfreiheit und
    • der Tod des Patienten.
       

    Für Dermatologen:

    Handelt es sich bei einer Krebserkrankung um eine nicht-melanotische Hautkrebsart einschließlich eines Frühstadiums, so stellen Nr. 5 und Nr. 6 keinen Meldeanlass dar.

  • Nach § 4 Abs. 7 des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt zahlt das klinische Krebsregister an die Meldeverpflichteten oder die Einrichtung in der sie beschäftigt sind für jede vollständige Meldung als Aufwandsendschädigung eine Meldevergütung auf der Grundlage von § 65c Abs. 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch.

    Für Dermatologen:

    Dies gilt nicht für Meldungen zu nicht-melanotischen Hautkrebsarten und ihren Frühstadien.

    Meldefrist

    Eine Meldung sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen, spätestens jedoch acht Wochen, nachdem der Meldeanlass aufgetreten ist.

    Für die jeweils erste, korrekte, vollständige und fristgerechte Meldung zu einem Meldeanlass erfolgt eine Meldevergütung. Meldevergütungen auf der Grundlage von § 65c Abs. 6 SGB V werden nur für Meldungen mit Meldeanlass ab dem 01.01.2018 gezahlt.

    Aktuell eingehende Meldungen mit einem Meldeanlass aus 2017 oder früher können vorbehaltlich der noch zu verabschiedenden Aufwandsentschädigungsrichtlinie, mit einer Aufwandsentschädigung des GKR vergütet werden, sofern die Meldung vor dem 01.Oktober 2018 erfolgt.

  • Meldung einer Diagnosestellung eines Tumors nach hinreichender Sicherung

    18,00 €      

    Meldung von Verlaufsdaten

    8,00 €

    Meldung von Therapie- und Abschlussdaten

    5,00 €

    Meldung eines histologischen oder labortechnischen oder zytologischen Befundes

    4,00 €

    Vergütungsabschlag für zahnärztliche Diagnosemeldung ohne Angabe des ICD-Codes

    3,00 €

    • Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung vom 15.12.2014.

    Download PDF Meldevergütung

    • Schiedsspruch vom 24.02.2015 zur Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung

    Download PDF Schiedssruch

  • Meldungen über Epikrisen und Arztbriefe sind keine strukturierten Meldungen, wie sie für das klinische Krebsregister vorgesehen sind, werden aber übergangsweise angenommen. Oft enthalten diese Epikrisen jedoch Informationen zu verschiedenen Meldeanlässen. Das Krebsregister muss in diesem Fall im Rahmen einer Einzelfallprüfung ermitteln, welche Meldeanlässe vergütet werden können.

  • Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz – KFRG) vom 3. April 2013
    Download PDF Krebsfrüherkennung und Registergesetz

    Gesetz über die Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt (Krebsregistergesetz Sachsen-Anhalt - KRG LSA) vom 28. September 2017
    Download PDF Krebsregistergesetz