Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Die Dokumentation und Auswertung von Daten zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei dieser Erkrankung ist deshalb äußerst bedeutsam.

Nationaler Krebsplan

Im Juni 2008 rief das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren den Nationalen Krebsplan ins Leben mit dem Ziel, die Krebsbekämpfung durch ein effektives und aufeinander abgestimmtes Handeln zu verbessern.

Ein wichtiges Ziel des Nationalen Krebsplans stellt die Schaffung einer aussagekräftigen Qualitätsberichterstattung im onkologischen Bereich dar. Um diesen Meilenstein zu erreichen, wurde der Auf- und Ausbau bundesweiter klinischer Krebsregister festgelegt.

Krebsfrüherkennungs- und –registergesetz – KFRG

Vorher existierten in Deutschland vordergründig bevölkerungsbezogene (epidemiologische) Krebsregister. Diese zählen die Krebshäufigkeit in einer bestimmten Region und erheben keine Daten zu den Therapien und Verläufen. Mit der Verabschiedung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (Paragraf 65c im SGB V) im April 2013 auf Bundesebene wurde die gesetzliche Grundlage für den Aufbau von klinischen Krebsregistern geschaffen und deren Finanzierung sichergestellt.

Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH

Sachsen-Anhalt kann auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung in der klinischen Krebsregistrierung zurückblicken. Bis 2017 erfolgte die Datenverarbeitung in den regionalen klinischen Krebsregistern der medizinischen Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Tumorzentrums Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e. V.. Dieser Kenntnisvorsprung im Land wurde genutzt, die vorhandenen Strukturen und Erfahrungen in ein gemeinsames Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt einfließen zu lassen.

Die Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH erfasst, dokumentiert und analysiert seit dem 01.01.2018 Daten zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebspatienten. Gleichzeitig trat das Gesetz zur Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt (Krebsregistergesetz Sachsen-Anhalt – KRG LSA) in Kraft, welches die spezifischen Anforderungen an das Meldeverfahren festlegt. Die Gesellschaft ist eine 100prozentige Tochter der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und unterliegt der Fach- und Rechtsaufsicht des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration.