FAQ - Häufig gestellte Fragen und unsere Antworten

Hier haben wir die meist gestellten Fragen aufgeführt und natürlich auch beantwortet. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, senden Sie diese gern an mail@kkr-lsa.de.

  • Der gesetzlichen Meldepflicht unterliegen in Sachsen-Anhalt Ärzte und Zahnärzte, bei Krankenhäusern der ärztliche Direktor, die an der Krankenversorgung in Sachsen-Anhalt teilnehmen. Pathologen und andere Ärzte ohne direkten Patientenkontakt sind ebenfalls zur Meldung verpflichtet (Vgl. KRG LSA § 9 Abs. 1 u. 2).

  • Die Meldungen an das Klinische Krebsregister richten nach sogenannten Meldeanlässen die im KRG LSA festgelegt wurden. Folgende Sachverhalte lösen die Meldeverpflichtung aus:

    • Diagnosestellung nach hinreichender klinischer Sicherung,

      • Verdachtsdiagnosen sind nicht zu melden.
         
    • histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung,
       
    • Beginn und Abschluss einer therapeutischen Maßnahme,

    OP

    • Meldepflicht gilt auch für Operationen mit palliativer Intention.
    • Teiloperationen im engen zeitlichen Verlauf eines stationären Aufenthaltes werden in einer Meldung zusammengefasst.
    • Diagnostische Operationen werden nicht gesondert gemeldet.
       

    Strahlentherapie

    • Beginn und Abschluss einer Strahlentherapie erzeugen zwei getrennte Meldungen.
       

    Systemische Therapie, medikamentöse Therapie

    • Beginn und Ende der Therapie stellen gesonderte Meldungen dar, nicht der Beginn des Zyklus.
    • Eine neue Therapie (Protokollwechsel, Second line) lösen eine erneute Meldeverpflichtung aus.
    • Änderung von Substanzen oder Dosen, die keine Änderungen des Therapieprotokolls auslösen, müssen nicht gesondert gemeldet werden.
       

    Zusätzliche Regelungen:

    • Lokal ablative Verfahren und abwartende Therapiekonzepte sind zu melden.
    • Therapien bei Folgeerkrankungen oder Nebenwirkungen lösen keine Meldeverpflichtung aus.
    • Wirkt eine Therapie gleichzeitig auf verschiedene Primärtumore, ist je Tumor eine Meldeverpflichtung gegeben.
    • Ablehnungen von Therapien sind als Abschluss einer Therapie zu melden.
    • Empfehlungen von Therapien werden nicht gemeldet.
    • jede Änderung im Verlauf einer Tumorerkrankung (z.B. Rezidiv, Metastasen)
      • Hierzu zählen Rezidivereignisse.
      • Mehrere gleichzeitig diagnostische Ereignisse bilden eine Meldung.
         
    • Ergebnis der Nachsorgeuntersuchungen incl. einer jährlichen Meldung bei Tumorfreiheit
      • Bei Mehreren Nachsorgemeldungen aus unterschiedlichen Einrichtungen, wird nur die erste Meldung vergütet.
      • Existieren klinische Leitlinien zu dem Zeitraum, in dem die Nachsorgeuntersuchungen erfolgen sollen, ist die Meldeverpflichtung hierauf, sonst auf 10 Jahre nach Therapieende beschränkt.
      • Nachsorgen sind auch bei fortbestehender Tumorfreiheit zu melden.
         
    • Tod des Patienten.
      • Ist immer zu melden, unabhängig von der Ursache.

    Wichtig!

    Nicht-melanotischer Hautkrebs: Nachsorge/ Tod kein Meldeanlass

  • Gemäß § 65c Abs. 1 Satz 3 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch müssen die Meldungen dem bundesweit einheitlichen ADT/GEKID-Basisdatensatzes und ihn ergänzender Module entsprechen.

    Basisdatensatz.pdf

    Die Variablen des ADT/ GEKID Basisdatensatzes werden folgenden Meldeanlässen zugeordnet:

    Meldeanlass

    Gruppe ADT/GEKID Basisdatensatzes

    Diagnose

    Diagnose
    In Abhängigkeit der ICD:

    • TNM-Klassifikation
    • Weitere Klassifikationen
     

    histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung

    Histologie
    TNM-Klassifikation

    Weitere Klassifikationen

    Therapiedaten

    1. OP

     

     

     

    2. Strahlentherapie

     

     

     

     

     

     

    3. Systemische oder medikamentöser Therapie

     

    OP
    Residualstatus

    Tumorkonferenz sofern durchgeführt
    TNM-Klassifikation
    Weitere Klassifikationen

     

    Beginn

    • Strahlentherapie


    Ende

    • Strahlentherapie
    • Strahlentherapie Nebenwirkungen

    Tumorkonferenz, sofern durchgeführt

     

    Beginn

    • Systemische Therapie


    Ende

    • Systemische Therapie
    • Systemische Therapie Nebenwirkungen

    Tumorkonferenz, sofern durchgeführt

    Verlaufsdaten

    Verlauf
    Residualstatus

    Fernmetastasen

    • sofern zutreffend, erhoben, vorliegend
     

    Nachsorge

    Verlauf
    Residualstatus

    Fernmetastasen

    • sofern zutreffend, erhoben, vorliegend
     

    Tod

    Tod

    Organspezifische Module

    Kolorektales Karzinom
    Mammakarzinom / DCIS

    Prostatakarzinom

    • einschließlich zukünftiger Module
     

    Bei jeder Meldung

    Melder Stammdaten
    Patienten Stammdaten

    Meldebegründung

    • Ausprägung „I“ = „Patient wurde informiert“
    • Ausprägung „W“ nicht zulässig
     
  • Gemäß § 11 Abs. 3 KRG LSA sollen die entsprechenden Daten elektronisch an das Klinische Krebsregister übermittelt werden.

    Die Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt vom 17. August 2018 fasst die Meldewege wie folgt zusammen:

    • Strukturierte elektronische Meldung (ADT-GEKID-XML-Schema).
    • Meldebögen (bitte elektronisch).
    • Im Zeitraum der Übergangsphase nach § 65c Abs. 5 ist es möglich Meldungen in nicht für Zwecke der Krebsregistrierung aufbereiteter Form mittels Übermittlung ärztlicher Befundberichte oder maschinell verwertbarer Datenträger abzugeben.

     

    Das KKR LSA stellt zur elektronischen Übermittlung das webbasierende Annahmeportal zur Verfügung. Hier können Sie Ihre Meldungen in verschiedenen Datenformaten sicher an das Register übermitteln.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Registrierung bei Erstmeldung:

    Falls Sie zum ersten Mal eine Meldung an das KKR LSA absetzen möchten, nutzen Sie bitte unser Stammdatenblatt zur ordnungsgemäßen Registrierung. Gleichzeitig können Sie somit eine Melde-ID beantragen, die für die elektronische Meldung an das Krebsregister benötigt wird. Fragen zum Ausfüllen des Dokuments richten Sie bitte an koordinierungsstelle@kkr-lsa.de

    Generell ist der Meldeweg von den individuellen Gegebenheiten des Melders abhängig. Des Weiteren sollte sich bei der Wahl des Meldeweges vordergründig am potenziellen Meldeaufkommen orientiert werden.

  • Um die Regionalität des Krebsregisters in Sachsen-Anhalt und damit die Nähe zum Melder aufrecht zu erhalten, wurden die über 20 Jahre bestehenden Standorte Magdeburg, Halle und Dessau erhalten. Die Einzugsgebiete blieben unverändert.

     

    Elke Burger
    Regionalverantwortliche Magdeburg
    Tel.: 0391 60745346
    E-Mail: dokumentation-md@kkr-lsa.de

    Dr. rer. medic. Andrea Schmidt-Pokrzywniak
    Regionalverantwortliche Halle
    Tel.: 0345 13255311
    E-Mail: dokumentation-hal@kkr-lsa.de

    Marion Liebig
    Regionalverantwortliche Dessau
    Tel.: 0345 13255310
    E-Mail: dokumentation-de@kkr-lsa.de

     

  • Die Systematik der Einverständniserklärung ist nicht mehr existent. Seit dem 01.01.2018 muss der Patient über die Meldung an das Klinische Krebsregister informiert werden. Hierfür stellt Ihnen das Register ein entsprechendes Informationsblatt zur Verfügung, welches inhaltlich mit dem Landesdatenschutz abgestimmt wurde. In welcher Art und Weise die Informationen an den Patienten übergeben wird, kann individuell entschieden werden.

    Die Information des Patienten sollte in Ihrem System notiert werden, da es ein meldepflichtiges Item an das Register darstellt und zusätzlich aus rechtlichen Gründen die Daten nachgehalten werden sollten.

    Patientenauskunft

    Patientenauskunft Faltblatt

  • Die Daten müssen auch bei Widerspruch des Patienten an das Klinische Krebsregister übermittelt werden.
    Der Patient kann der Speicherung seiner Daten beim Klinischen Krebsregister schriftlich in elektronischer Form oder per Post widersprechen.

    Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH
    Doctor-Eisenbart-Ring 2
    39120 Magdeburg
    E-Mail: widerspruch@kkr-lsa.de

     

  • Nach § 4 Abs. 7 des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt zahlt das klinische Krebsregister an die Meldeverpflichteten oder die Einrichtung in der sie beschäftigt sind für jede vollständige und fristgerechte Meldung (8 Wochen) als Aufwandsendschädigung eine Meldevergütung auf der Grundlage von § 65c Abs. 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch.

    Meldung einer Diagnosestellung eines Tumors nach hinreichender Sicherung

    18,00 €

    Meldung von Verlaufsdaten

    8,00 €

    Meldung von Therapie- und Abschlussdaten

    5,00 €

    Meldung eines histologischen oder labortechnischen oder zytologischen Befundes

    4,00 €

    Vergütungsabschlag für zahnärztliche Diagnosemeldung ohne Angabe des ICD-Codes

    3,00 €

    Die Vergütung ist abhängig von der Vollständigkeitsprüfung zur Erstattung der Meldevergütung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Bei Meldungen nach § 4 Abs. 3 ist es dem Klinischen Krebsregister vorbehalten, den vergütbaren Meldeanlass und die Höhe der Meldevergütung festzulegen.

    Meldungen zu nicht melanotischen Hautkrebsarten einschließlich ihrer Frühstadien werden einmalig nach erfüllter Meldeverpflichtung mit 5,50 € vergütet. Bei multiplem Basaliomen eines Patienten wird nur die Meldung des ersten Basalioms vergütet.

  • Wenn Sie trotz bestehenden Meldeanlasses der Meldeverpflichtung an das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt nicht nachkommen, handeln Sie ordnungswidrig (KRG LSA § 18).

    • Neue Erkenntnisse zum Erfolg von bestimmten Behandlungsformen
    • Verschiedene behandelnde Einrichtungen haben jederzeit die Möglichkeit, die bisherigen Behandlungsdaten in einem einheitlichen Format abzufragen
    • Vergleichbarkeit ihrer Behandlung in unterschiedlichen Einrichtungen und Bundesländern
    • Unterstützung von Behandlungsentscheidungen
    • Unterstützung bei politischen Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung

     

    Der Nutzen eines Krebsregisters für alle Patientinnen und Patienten hängt vor allem von der Vollzähligkeit und Vollständigkeit der erhobenen Daten ab!

  • Laut Krebsregistergesetz KRG - LSA §§ 3 (2) und 17 (1) ist die patientenbezogene Rückmeldung ein Auftrag der KKR LSA und rechtlich auch zulässig. Da derzeit noch kein Verfahren zur automatisierten elektronisch strukturierten Rückübermittlung (Vgl. Förderkriterium 3.01) gegeben ist, wird diese Kernaufgabe zunächst im Rahmen einer Antragstellung auf patientenbezogene Rückmeldung von
    Daten entsprochen.

    • Antrag auf Übergabe und Nutzung von Krebspatientendaten

    Eine Datenbereitstellung erfolgt grundsätzlich nur nach Stellung eines Antrags auf Übergabe und Nutzung von Krebspatientendaten der KKR LSA gGmbH. Dieser Antrag beinhaltet insbesondere:

    • Name, Vorname des Antragstellers
    • Telefon / Email des Antragstellers
    • Klinik / Praxis / Melder-ID des Antragstellers
    • Patient, Zeitraum, Tumorentität, Dateninhalte der angefragten Daten
    • Datenformat (z.B. Excel, Access, CSV, etc.) und Datenträger für Übermittlung (CD, Mail)
    • Identifikation des Antragstellers

    Um die Identität des Antragstellers zu prüfen bzw. zu verhindern, dass unbefugte Dritte die Daten abfragen, ist folgendes zu beachten:

    • die Datenherausgabe erfolgt nur an die bekannten Kontaktdaten des Leistungserbringers (Achtung, falls Adresse auf dem Antrag abweicht)
    • sollten nicht ohnehin Rückfragen bestehen bzw. die Anfrage angekündigt sein, wird in einem Telefonat mit dem Leistungserbringer die Anfrage geprüft
    • Aushändigung der Daten

    Das Datenmanagement bereitet die erforderlichen Daten vor. Die IT speichert die Daten verschlüsselt auf eine DVD-R, die dem Antragsteller persönlich oder per Post (Einschreiben mit Rückschein) übergeben wird. Alternativ kann die Übermittlung per verschlüsselter E-Mail erfolgen. Die Übermittlung geht einher mit einem Beantwortungsschreiben, dass auf die gesetzlichen Grundlagen verweist. Zu Zwecken der Archivierung und Nachweisbarkeit werden die übermittelten Daten
    zusammen mit Antrag, Begutachtung/Freigabe und Bescheid (PDF) elektronisch gespeichert. Einen Zugriff haben das Datenmanagement und die Lt. Koordinierungsstelle.

    Antragsformular

  • Erhält das klinische Krebsregister identische Meldungen („Duplikate"), also Meldungen ohne weitergehende therapierelevante Informationen, so besteht vorrangig für die meldende Person oder Einrichtung ein Anspruch auf Meldevergütung, die die Leistung, die den Meldeanlass begründet, erbracht hat. Prinzip und richtige Vorgehensweise eines jeden Melders ist, nur den Vorgang zu melden, den er selbst durchführt!

  • Für Pathologen in Sachsen-Anhalt besteht keine Meldepflicht für alle unter die C44 fallenden nicht-melanotischen Hautkrebsarten (z.Bsp. Basaliome oder Plattenepithelkarzinome).

    Nachzulesen ist diese Festlegung für das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt unter: https://www.kkr.-lsa.de/melder/anleitungen-dokumente (Rechtliche Grundlagen)


    Im § 6 Abs. (1) der Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt sind die Meldeanlässe für nicht-melanotische Hautkrebsarten in Ergänzung zum Gesetz auf die Meldeanlässe Diagnose und Therapie eingeschränkt worden. Die übrigen Anlässe lösen folglich keine Meldepflicht aus.

  • Auch die zytologische Sicherung ist bereits meldepflichtig. Wie in der Verordnung zur Umsetzung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt festgehalten, löst jede histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung einer Diagnose eine Meldeverpflichtung aus bzw. auch bereits das bildgebende Verfahren ist meldepflichtig.

  • Bei der elektronischen Übermittlung findet die vergebene Melder-ID Verwendung. Die hinterlegte E-Mail-Adresse ist mit der ID verknüpft und gewährleistet so die eindeutige Identifizierung des Melders. Daher ist die Unterschrift auf den Meldebögen nicht zwingend erforderlich.

  • Die tumorfreie Nachsorge ist abhängig von der festgelegten Länge nach Leitlinienvorgabe. Wenn diese keine Aussage treffen, dann sind 10 Jahre vorgegeben. Die eigentliche Nachsorge beginnt mit Erreichen einer Vollremission bzw. mit dem Ende der letzten Therapie. Auch jährliche Verlaufskontrollen bei Systemerkrankungen (ohne Therapieindikation) bzw. unter z.B. Antiandrogentherapie bei Prostatakarzinom sind meldepflichtig.